SG Neuthard/Büchenau – TV Sulzfeld 28:34 (12:12)
Nachdem wir uns am letzten Wochenende beim ersten Spiel der Rückrunde gegen unsere Gäste aus Pforzheim sehr schwer getan hatten war allen Betreuern klar, dass das kommende Auswärtsspiel in Karlsdorf gegen die Mannschaft der SG Neuthard/Büchenau kein Selbstlauf werden würde.
Dennoch waren wir, die Betreuer, überzeugt davon, dass eine Überraschung gegen die vom Tabellenstand her klar favorisierten Gastgeber möglich sein kann, sofern unser Team sein vollständiges Potential abrufen würde.
Aufgrund einiger Absagen sowie einem verletzungsbedingten Ausfall konnten wir allerdings nur einen zweiten Tormann sowie einen Auswechselspieler für das Feld vorweisen.
Nach unserer Ankunft in Karlsdorf stellten wir fest, dass unsere Gastgeber ihre bisher torgefährlichsten zwei Spieler, welche zurückliegend vielfach die gegnerischen Mannschaften aufgrund der Anzahl der erzielten Tore nahezu im Alleingang besiegt hatten, vorweisen konnten. Der Matchplan war folgerichtig sehr einfach: Beide Spieler am Torerfolg hindern bzw. die Anzahl der erzielten Tore auf ein akzeptables Minimum reduzieren und im Gegenzug zum Torabschluss kommen.
Nach dem Aufwärmen wurden im Rahmen einer letzten Besprechung die erforderlichen taktischen Vorgaben erläutert und wiederkehrend wurde darauf hingewiesen, dass im Falle einer konsequenten Umsetzung der Vorgaben ein Sieg möglich wäre.
Und siehe da, wir starteten tatsächlich sehr gut in die Begegnung, erzielten die Führung und bauten diese nach 4 Spielminuten erstmalig auf einen 3-Tore-Vorsprung aus. In den folgenden Spielminuten zeigten wir dann allerdings eine völlig andere Spielweise. Es war, als hätte uns die Angst vor dem möglichen Erfolg gepackt. Plötzlich spielten wir völlig unkonzentriert und machten eine Vielzahl von Fehlern. Das zuvor gezeigte Selbstvertrauen war komplett verschwunden. Die Leistungsträger der ersten Minuten waren nicht mehr wiederzuerkennen. Die Kinder der SG Neuthard/Büchenau nutzten diese Phase natürlich konsequent aus und plötzlich führten die Gastgeber nach nicht ganz 9 Spielminuten mit 7 zu 4 Toren. Die erforderliche Auszeit wurde genommen und deutliche Worte wurden gefunden („Schluss mit dem Angsthasen-Handball“). Letztendlich gelang die Wende in den kommenden Spielminuten und 25 Sekunden vor dem Halbzeitsignal erzielten wir den Ausgleich. Im Verlauf der ersten Halbzeit hatten wir 3 Siebenmeter verworfen bzw. besser gesagt weggeworfen. Hierbei war nicht der fehlende Torerfolg das Problem, sondern der Umstand, dass wir zweimal das Tor komplett verfehlten und einmal auf die Querlatte warfen. Unsere Performance am Siebenmeterpunkt war sinnbildlich für unser Spiel in der ersten Hälfte.
Folglich war es während der Halbzeitpause an uns, den Betreuern, den Glauben an die eigene Stärke und den möglichen Erfolg in die Köpfe unseres Teams zu bekommen. Wo zuvor ein Zögern und Zaudern war musste ein von Zuversicht getragener Wille zum Erfolg sein.
Irgendwie muss das funktioniert haben. Die zahlreich mitgereisten Familienangehörigen und Freunde (hierfür erneut vielen Dank) konnten eine im Auftreten völlig veränderte Mannschaft bestaunen. Wir erzielten das erste Tor in der zweiten Spielhälfte und es entwickelte sich ein wilder Schlagabtausch, bei welchem wir tatsächlich die Oberhand behielten und nach 8 Spielminuten erstmalig wieder mit 3 Toren in Führung lagen. Die Sensation war zum Greifen nahe. Keine Spur mehr von Zögern und Zaudern. Unsere Mannschaft kämpfte um jeden Ball und erspielte sich sehenswerte Torchancen, welche auch genutzt wurden. Ein besonderes Lob muss der Mannschaft dafür ausgesprochen werden, dass trotz einiger Blessuren auf dem Spielfeld verblieben wurde und wir durch zuvor erhaltene Zeitstrafen dennoch nicht in eine faktische Unterzahl gelangt sind. Hierzu muss erläutert werden, dass 2-Minuten-Zeitstrafen in der D-Jugend als persönlich Strafen gewertet werden und mit einem anderen Spieler/einer anderen Spielerin ergänzt werden kann. Aufgrund unserer Personalstärke wären wir bei einer verletzungsbedingten Pause eines Spielers/einer Spielerin mit einer zeitgleichen Zeitstrafe allerdings in eine tatsächliche Unterzahl auf dem Spielfeld gekommen. Vielleicht war es sogar diese Haltung, die es uns ermöglicht hat den Vorsprung bis zum Ende zu verteidigen bzw. auszubauen.
Nachdem wir 7 Minuten vor Spielende erstmalig mit 5 Toren in Führung lagen hatte die Favoritenrolle einen Wechsel vollzogen. Wir waren das spielbestimmende Team und ließen uns diesen Erfolg auch nicht mehr nehmen.
Abschließend wird es im heutigen Bericht nicht zu einer namentlichen Benennung eines Spielers oder einer Spielerin für eine besondere Leistung kommen. Diese Ehre gebührt allen, welche nachfolgend für diese besondere Mannschaftsleistung aufgezählt werden.

Für den TV Sulzfeld haben gespielt, gezaudert, den „A…. dann in die Hose bekommen“, Zuversicht gefasst und verdient gewonnen: Malik Turki, Yannik Holzmann, Emil Maier (9), Elias Tüx (9), Are Thuller (3), John Kamm (5), Paula Piwecki (1), Jakob „Jay“ Kern (3), Stanislaw Dikhaut (4)
Am kommenden Sonntag empfangen wir um 16:30 Uhr das sicherlich stärkste Team dieser Staffel, die Mannschaft des TV Bretten. Die Kinder des TV Bretten haben in der laufenden Runde bislang erst ein Spiel verloren und stehen verdient auf dem 1. Tabellenplatz. Erwähnt werden sollte allerdings auch, dass die Niederlage gegen die Mannschaft der SG Neuthard/Büchenau eingefahren wurde.
Über einen vollen Sportpark und eine lautstarke sowie faire Unterstützung beim kommenden Spitzenspiel der D-Jugend Bezirksliga, wenn der „neue“ Tabellenzweite den Tabellenersten empfängt, würden wir uns sehr freuen.

